Geschichte

1970

Endlich kann der Neubau beginnen. Auf eigenem Grund und Boden beginn in diesem Jahr der eigentliche Aufbau der Papierfabrik mit eigenen Gebäuden.

In der ersten Bauphase sollen eine Maschinenhalle und ein Rohstoffgebäude errichtet werden. Zur Erleichterung der Finanzierung beschließt die Gesellschafterversammlung im Mai des Jahres die Erhöhung des Stammkapitals.
Ende des Jahres wird letztmalig Stroh verarbeitet. Vorherrschende Gründe sind die Probleme durch Geruchsbelästigung beim Kochprozess, die technisch schwierige Abwasserreinigung und die durch das Vordringen des Mähdreschers notwendig gewordene Bevorratung des Jahresbedarfs innerhalb weniger Wochen. Nun verschwinden die riesigen Strohdiemen aus dem Stadtbild von Vreden. Dadurch sinkt die Belegschaftsstärke vom Höchststand im Jahre 1961 von 71 auf nunmehr rund 60 Beschäftigte. Alleiniger Rohstoff (unter Zusatz von Halbzellstoff zur Qualitätsverbesserung) wird Altpapier. Der Mietvertrag mit der Firma Reerink verlängert sich zunächst bis zum 31. Dezember 1971. Eine Mieterhöhung wird abgelehnt.

1971

Der Umzug der Papierfabrik ist in vollem Gange und trägt erste Früchte. Erneut gibt es einen Wechsel in der Geschäftsleitung.

Im November wird in der neu errichteten Maschinenhalle die in Bruck/Österreich bereits 1967 gebraucht gekaufte Papiermaschine (PM) 3 in Betrieb genommen. Sie verfügt über eine Arbeitsbreite von 2,45 Meter und hat damit ein Format, das den neuen Marktverhältnissen entspricht. Gleichzeitig wird im Mietgebäude die PM 1 stillgelegt und demontiert. Sie soll in der neuen Halle neben der PM 3 wieder aufgebaut werden. Bis zu diesem Zeitpunkt produziert die PM 3 noch mit der PM 2 weiter. Mitte des Jahres wird ein neuer Pulper zur Altpapierauflösung am Standort des geplanten Rohstoffgebäudes aufgestellt.

Zum Jahresende scheidet Theodor Brauckmann als Geschäftsführer aus. Sein Sohn Dieter wird zum 1. Januar 1972 neuer Geschäftsführer in der zweiten Generation.

1972

Es geht weiter voran. Das neue Rohstoffgebäude wird fertiggestellt und neue Maschinen der Stoffaufbereitung werden in Betrieb genommen. Erstmals knackt die Jahresproduktion der Papierfabrik die Marke von 10.000 Tonnen.

Im Frühjahr erfolgt nach umfangreichen und langwierigen Abbruch- und Aufräumarbeiten mit der Schlüsselübergabe die Rückgabe der gemieteten Gebäude an die Firma Reerink. Mit der Montage der Papiermaschine 1 wird im August in der neuen Halle neben der PM 3 begonnen. Die Arbeiten werden fast ausschließlich von der eigenen Werkstatt und von Hilfspersonal durchgeführt. Überholungsarbeiten an Lagern und Zapfen der Press- und Leitwalzen sowie zwischenzeitliche Reparatur- und Wartungsarbeiten am übrigen Maschinenparke verzögern den Fortgang der Arbeiten.

1973

Nach einjährigen Montagearbeiten erfolgt die Wiederinbetriebnahme der Papiermaschine 1. Als Antrieb dient über viele Jahre ein Spilling-Dampfmotor. Die 1,50 Meter breite Papiermaschine 2 wird indes demontiert und verschrottet. Inzwischen betrug die Tagesproduktion 60.000 kg.

1974

Für Neupapier errichtet die Papierfabrik eine Lagerhalle, womit sie im logistischen Bereich mehr Flexibilität erreicht.

1975

Erstmals in der Firmengeschichte muss wegen schlechter Auftragslage zu Jahresbeginn Kurzarbeit angemeldet werden. Insgesamt 22 Produktionstage fallen aus.

Neben dem Kesselhaus entsteht als Ersatz für einen Blechschornstein ein gemauerter Kamin. Mit 62 Metern Höhe wird er das höchste Bauwerk der Stadt Vreden.

Zur Senkung der laufenden Kosten im Hinblick auf die biologische Ausbaustufe der städtischen Kläranlage wird nach umfangreichen innerbetrieblichen Umbaumaßnahmen der Abwasserkreislauf nun völlig geschlossen.

1976

Das neu erstellte Werkstattgebäude kann benutzt werden. Daher wird das Provisorium im Keller unterhalb der Papiermaschine 3 aufgegeben.

1977

Im Mai feiert die Papierfabrik ihr 25-jähriges Firmenjubiläum. Sie begeht es mit einem Festakt, Tag der Offenen Tür und Betriebsfest. Eine Festschrift wird noch nicht erstellt. Im gleichen Jahr beginnt für die Firma das Zeitalter der EDV. Erstes Gerät ist der Magnetkarten-Computer Kienzle 6100. Das Büro wird um drei Räume erweitert, die in die frühere Maschinenhalle der verschrotteten Papiermaschine 2 hineingebaut werden. Im Jubiläumsjahr wird hauptsächlich in Maßnahmen zur Qualitätssteigerung investiert. Die Tagesproduktion erreicht 76.000 kg.

1979

Das Kesselhaus wird um einen zweiten Bauabschnitt erweitert.